Erdkunde - Was ist das eigentlich? 
Ist jemand erdkundlich gebildet, wenn er oder sie bei Günther Jauch folgende Frage beantworten kann:
Wo liegen die Langerhansschen Inseln?
Ok, die Frage ist gemein, denn die Inseln liegen im menschlichen Körper in der Bauchspeicheldrüse. Aber trotzdem verbinden die meisten mit dem Fach Erdkunde Namen verschiedener Hauptstädte, Flussnamen, Ländergrenzen und die Lage von Gebirgen. Und doch ist das Fach Erdkunde vielseitiger als viele denken und besteht eben nicht nur aus diesen topografischen Grundsätzlichkeiten.
Im Fach Erdkunde setzen sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 zunehmend differenziert mit der Erde als Lebens- und Gestaltungsraum des Menschen auseinander. Zu Beginn stehen geographische Grundlagen wie Orientierung auf der Erde, Kartenarbeit, Kontinente und Ozeane, Landschaften, Klima und das Leben der Menschen in verschiedenen Räumen im Mittelpunkt. Später werden diese grundlegenden Kenntnisse vertieft, etwa durch Themen wie Klimawandel, Naturgefahren, Stadtentwicklung, Globalisierung, wirtschaftliche Zusammenhänge sowie nachhaltige Nutzung von Ressourcen.
Der Unterricht arbeitet mit vielfältigen Methoden und Medien: Karten, Atlanten, digitale Medien, Diagramme und Statistiken werden ausgewertet, Räume verglichen und Fallbeispiele analysiert. Gruppenarbeit, Projekte, Diskussionen, Präsentationen und kleine Rechercheaufgaben fördern selbstständiges Lernen, räumliches Denken und die Fähigkeit, aktuelle geographische Fragestellungen kritisch zu beurteilen.
Neben dem Umgang mit Medien aller Art spielen auch die Themenfelder BNE, Mobilität und Berufsorientierung eine wichtige Rolle für die Vorbereitung junger Menschen auf die sozialen, ökologischen, politischen und ökonomischen Themen unserer Zeit.
Sowohl in der Einführungsphase als auch in der Qualifikationsphase werden verbindliche übergreifende Fachmodule wie raumprägende Faktoren und raumverändernde Prozesse, Bedeutungswandel von Räumen, Ressourcennutzung und nachhaltige Entwicklung sowie Siedlungsentwicklung und Raumordnung behandelt.
Die Schülerinnen und Schüler sollen komplexe geographische Sachverhalte beschreiben, erläutern, bewerten und in Zusammenhang bringen. Dies umfasst z. B. das Erklären von Wechselwirkungen zwischen natürlichen Prozessen und menschlichem Handeln, die Analyse globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Urbanisierung oder Ressourcenverteilung sowie die Entwicklung von nachhaltigen Lösungsansätzen.
Kernthema: Nachhaltigkeit in Raumnutzung und Raumentwicklung
1. Raumnutzung – nicht ohne Folgen
Grundlage der schriftlichen Abiturprüfung in Niedersachsen sind die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Geographie (EPA, 2005) sowie das Kerncurriculum Erdkunde für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe, die Gesamtschule – gymnasiale Oberstufe (KC, 2017). Zugleich gilt die gemeinsame Operatorenliste für Geschichte, Erdkunde, Politik-Wirtschaft und Wirtschaftslehre.
Die in der Qualifikationsphase zu erwerbenden Kompetenzen sind verbindlich. Sie gelten gleichermaßen für Kurse auf grundlegendem und erhöhtem Anforderungsniveau. „Unterschiede ergeben sich u.a. aus der Komplexität und Vielfalt der [...] Untersuchungsaspekte, Umfang, Art und Vielfalt der zu bearbeitenden Materialien, dem Grad der Selbstständigkeit und Reflexion [und] dem Grad der Methodenkompetenz“ (EPA, S. 5).
Kurse auf grundlegendem Anforderungsniveau finden dreistündig und Kurse auf erhöhtem Anforderungsniveau finden fünfstündig pro Woche statt.
Siedlungsentwicklung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit
Am 18. Dezember 2023 fuhr der Erdkundekurs EK307 des 12. Jahrgangs unter der Organisation von Herrn Ringkowski und in Begleitung von Frau Schäfer gemeinsam mit der Bahn nach Hamburg. Dort untersuchten sie die HafenCity, einen Stadtteil Hamburgs, der Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden soll, unter dem Aspekt der nachhaltigen Siedlungsentwicklung.